Archiv für die Kategorie ‘Geschriebenes’

Stadtrundgang durch Plauen

Sonntag, 27. Mai 2007

Die Kirgisen am alten Rathaus in PlauenGestern haben die drei die Stadt kennengelernt, in der sie die nächsten vier Monate verbringen werden.
Wir waren auf dem Bärensteinturm, an der Friedensbrücke und am alten Rathaus.
Ausnahmsweise durften wir sogar in die Galerie des Malzhauses.
Nochmal das alte Rathaus Derartige Gemäuer kannten unsere Besucher bisher überhaupt nicht. Die alten Stadthäuser gefallen ihnen aber sehr gut.

Und ich muß jetzt mal eine Liste mit Burgen organisieren, die wir besichtigen können…

Drei Kirgisen in Plauen

Freitag, 25. Mai 2007

Die Vorbereitungen ware alles andere als trivial, aber letztendlich ist es gelungen, für drei krigisische Studenten ein Jahr in Deutschland zu ermöglichen.

Heute haben Tobias und ich die drei in Berlin vom Flughafen Tegel abgeholt und zu der Ferienwohnung gebracht, die ich für sie organisiert habe. Dort werden sie bis Ende September wohnen und bei drei Plauener Unternehmen ein Praxissemester absolvieren. Im Oktober ziehen sie dann um nach Zwickau um dort an der Hochschule noch ein Semester Informatik zu studieren.
Ankunft der drei Kirgisen in Plauen
Am Abend der Ankunft waren die drei sehr müde aber auch sehr glücklich, das Privileg zu haben, ein Jahr hier leben zu dürfen.

Ein Elefant! – Von den Murchinson Falls nach Butiaba

Montag, 05. Februar 2007

Wer im Red Chili Rest Camp eine Nacht im Zelt verbracht hat, weiss was unruhiger Schlaf ist.
Morgen im Red Chili Rest CampZwischen dem eigentlichen Zelt und dem Ueberzelt sind die ganze Nacht ueber Geckos unterwegs, die lustige Geraeusche machen und das Camp wird von den afrikanischen Wildschweinen besiedelt, die im Muell nach Essensresten suchen.
Nun konnte ich nicht schlafen, war aber im Besitz einer Taschenlampe und wagte es dann doch, das Zelt zu verlassen.

Red Chili BarAm Morgen war ich dementsprechend unausgeschlafen und torkelte an die Bar wo ich fuer Rene und mich Kaffee bestellte.
Didi musste ja schon eher los, da er um 8 mit der Faehre auf das andere Ufer uebersetzten musste. Geplant war, dass Rene und ich mit dem Boot um 9 losfahren und Didi dann auf der anderen Seite zusteigt.
Prinzipiell hat das auch funktioniert, nur sind wir erst eine dreiviertel Stunde spaeter losgefahren, da das Boot noch auf frischen Diesel warten musste, der mit einiger Verspaetung geliefert wurde.
Immerhin konnten wir die afrikanische Art, ein Boot zu betanken, beobachten – ein Vorgang, den man ja nicht alle Tage zu sehen bekommt.
Diesel tanken...Die Prozedur begann damit, dass ein Fass von einem LKW gerollt wurde und auf den Boden plumpste. Anschliessend wurde eine Waschschuessel sowie ein Kanister organisiert und das Fass an eine kleine Mauer am Ufer gerollt. Ueber der Schuessel haben die Leute dann das Fass geoeffnet und den Kanister druntergehalten. Es ging eine ganze Menge Diesel daneben, aber irgendwann war genug im Kanister, um das Boot zu betanken.
Nachdem dieses Zeremoniell beendet war, konnten wir losfahren.
Am anderen Ufer ist Didi dann wie geplant zugestiegen und die Fahrt nilaufwaerts konnte beginnen.

Hippos am NilWaehrend der Bootsfahrt konnten wir dutzende Hippos sehen, die in ihren Schulen im Wasser vor sich hin duempeln. Ausserdem besuchten noch verschiedene Antilopen den Fluss um zu trinken.
Krokodile am NilWir hatten auch die Gelegenheit einen Wasserbueffel zu sehen und etliche Krokodile, die sich in der Vormittagssonne raekelten. Die Fahrt nilaufwaerts dauerte gut zwei Stunden und kurz vor den Murchinson Falls sind Didi und ich aufs Oberdeck des Bootes geklettert.
Und dann habe ich ihn gesehen: Meinen ersten echten Elefant!
ElefantEr stand da am Nilufer und hat seinen Morgendurst geloescht. Irgendwie hatte ich mir Elefanten groesser vorgestellt. Aber ich fand ihn sehr knuffig, wie er da so stand und guckte. Ein richtig symphatischer Zeitgenosse. Nur fotografieren lassen wollte er sich nicht von jedem.
Als dann alle aufs Oberdeck kamen, drehte er sich um und praesentierte sein Hinterteil.

Murchinson FallsNachdem sich alle am Elefant sattgesehen hatten, ging es ein kurzes Stueck weiter zu den Murchinson Falls. Dort muss der Nil sich durch eine 6 Meter breite Schlucht zwaengen. Auch wenn die Hoehe nicht sonderlich gross ist, ergibt das doch ein beeindruckendes Schauspiel.
Ein Hippo geht an LandLeider konnte das Boot nicht allzu nah heranfahren, weil direkt vor den Faellen zu viele Steine im flachen Wasser liegen. An den Murchinson Falls war unsere Bootsfahrt nilaufwaerts beendet. In deutlich groesserem Tempo ging es dann in nur einer Stunde wieder zurueck zur Anlegestelle.
Elefantenfamilie Einmal musste das Boot aber auf der Rueckfahrt doch halten: Eine Elefantenfamilie stand am Fluss!

Gegen ein Uhr Mittag verliessen wir dann das Boot und fuhren mit unserem Auto zur Paraa Lodge.
Ein Afrikanischer FischadlerDie Lodge besteht aus einem Hotel und einem Restaurant, die beide einem Inder gehoeren. Dort wollten wir Mittagessen, musste aber erst einmal am Pool warten, weil die Hotelgaeste bevorzugt bedient wurden. Die Anlage ist fuer Uganda sehr luxurioes und ebenso teuer.
Wasserbueffel am NilLustigerweise liegt sie am Nilufer genau unserem Camp gegenueber.
Als Teilzeit-Vegetarier war ich begeistert von dem riesigen Buffet mit indischen Spezialitaeten, das uns erwartete und habe mir natuerlich den Bauch vollgeschlagen bis ich nicht mehr konnte. Wir hatten ja auch sooooo viel Zeit.
Affen klauen Essen aus den AutosIn der Paraa Lodge konnte ich dann lernen, dass die Welt auch in Uganda nur ein Dorf ist. Zeitgleich mit uns, aber ohne es abzusprechen, verbrachte auch eine Kollegin von Didi mit ihrem Mann ihr Wochenende in den Murchinson Falls.
Gemeinsam mieteten wir dann einen Guide fuer einen Game Drive. (Das Game kommt uebrigens von Gemse, nicht von Spiel ;-)
Sarah, eine Mitarbeitering von UWA und ichUnser Guide hiess Sarah und war mit einer Maschinenpistole bewaffnet. Sarah ist die einzige Frau, die als Guide im Murchinson Falls National Park arbeitet – und sie ist der beste Guide, den man haben kann, denn wir konnten alle Tiere sehen, die der Park zu bieten hat!
Statt viele Worte zu verlieren, lasse ich einfach ein paar Bilder sprechen. Um kurz nach vier ging unsere Tour los…

Blick auf den Murchinson Falls National ParkBlick auf den Murchinson Falls National Park

WaterbuckWaterbucks sind genauso scheu wie gross

Eine GiraffeEs gibt 800 Giraffen im Murchinson Falls National Park

GiraffenMeistens mehrere auf einmal

Mehr GiraffenGiraffen haben genauso viele Halswirbel wie Menschen

ElefantenElefanten gibt’s ungefaehr 2000 im Park. Frueher waren es einmal 15.000

Einzelner ElefantElefanten sind die einzigen Lebewesen mit vier Knien.

Albert NileBlick auf den Albert Nile

ImpalasImpalas sind mittelgrosse Antilopen.

Maennlicher ImpalaEin maennlicher Impala hat 50 Weibchen. Lange haelt er das aber nicht durch.

WasserbueffelWasserbueffel sind die gefaehrlichsten Tiere in Uganda

TouristenTouristen

Sarah und ReneSarah und Rene auf Andis Pickup

LoewenLoewen auf der Jagd sind schwer zu entdecken

Mehr Ausblick auf den Murchinson Falls National ParkOstafrikanische Savanne

Ich auf SafariIch auf Safari

…um neunzehn Uhr mussten wir wieder an der Faehre sein. Und kurz nach Sechs entdeckte Rene noch einen Loewen! So nah an der Strasse, dass man ihm direkt in die Augen schauen konnte.
Der Loewe Wir verbrachten viel zu viel Zeit bei dem Loewen und mussten schliesslich alle Regeln des Parks brechen und sind mit 70 km/h die 35 Kilometer zurueck zur Faehre gefahren. Ein Hoch auf Didi und die elastisch-ugandische Grundhaltung. Andi hat dann diese Woche die Stossdaempfer wechseln lassen…

Murchinson FallsNachdem wir die Faehre knapp erreichten, haben wir noch eine Nacht im Camp verbracht und sind am naechsten Morgen auf dem Landweg Regenbogen an den Murchinson Fallszu den Murchinson Falls aufgebrochen. Aus der Naehe betrachtet sind die Faelle noch beeindruckender als aus der Ferne vom Fluss aus. Da das Wasser dort ziemlich aufgewirbelt wird, zeichnen sich wunderbare Regenbogen ab, die immer wieder neu gezeichnet werden.

Der Lake AlbertNach den Faellen sind wir nach Butiaba am Lake Albert gefahren. Die Fahrt ging ueber Landstrasse, die man in Deutschland nicht mal als Feldweg deklarieren wuerde.
Ruinen am Lake AlbertDer Lake ist aber auf jeden Fall eine Reise wert. Bei Butiaba geht eine Landzunge recht weit in den Lake hinein auf der frueher die Briten einen Stuetzpunkt hatten.Schiffswrack am Lake AlbertDie Ruinen kann man noch heute sehen, ebenso wie ein Schiffswrack, das vor Jahren ueber den See nach Kongo gefahren war um die dortigen Bodenschaetze zu holen.
Didi und ich sind am Sandstrand barfuss durchs Wasser gelaufen, unter Palmen, wie in der Suedsee…

ButiabaVom Lake Albert aus sind wir dann ueber Hoima wieder nach Kampala gefahren, wo wir am Abend eintrafen.

Am Montag meldete Sarah sich krank. Sie hatte Malaria und sah schrecklich aus. Am Donnerstag kam sie dann wieder und man merkt deutlich, dass die gute Fee im Haus ein paar Tage fehlte. Sarah meinte auch, dass sie sich Sorgen gemacht hat, ob wir alleine klar kaemen.

Signh, der AutomechanikerDa der Pickup etwas gelitten hat, unter anderem war eine Aufhaengung der Spurstange gebrochen und die Stossdaempfer nur noch Luftpumpen, hat Andi ihn zur Werkstatt gebracht. Der Eindruck, den eine ugandische Autowerkstatt hinterlaesst ist auch interessant… Singh, ein Inder, hat nicht einmal eine Hebebuehne. Aber der Pickup ist jetzt wieder in Ordnung.

Sonnenuntergang am NilNachdem wir aethiopisch Essen waren, wurde Andi dann krank und musste zu hause bleiben. Also bin ich mal mit dem Bodaboda zur Firma gefahren. Andi hatte sich irgendeinen Darminfekt eingefangen und musste Unmengen von Tabletten nehmen, ist aber mittlerweile wieder genesen.

There and back – Von Entebbe zum Nil

Montag, 29. Januar 2007

Wir waren nun schon zwei Tage ohne Wasser unter der brennenden Sonne der Wueste unterwegs.
Ich hatte das Gefuehl, dass es mit jedem Schritt heisser wuerde. Es war unertraeglich.
Muehsehlig schleppten wir uns vorwaerts, ueber die naechste Duene. Und da! Am Horizont!
Eine Oase…

Noch einmal AfrikaOkokok… Das hat jetzt absolut nichts mit meinem Aufenthalt in Uganda zu tun. Aber man sagt, der erste Satz eines Buches soll so fesselnd sein, dass der Leser das Buch nicht mehr zur Seite legt. Vielleicht gilt das ja auch fuer Blogs…

Die dritte Woche Uganda begann am Sonntag mit einem Besuch im Zoo in Entebbe, der ehemaligen Hauptstadt von Uganda.
Die Strasse von Kampala nach Entebbe ist fuer ugandische Verhaeltnisse extrem gut ausgebaut und landschaftlich recht nett anzuschauen. Lustig ist, dass die Schilder, die die Entfernungen zum naechsten Ort anzeigen, in Uganda von Sponsoren aufgestellt werden.
Somit erfaehrt man dreimal, dass es noch 35 Kilometer bis Entebbe sind – einmal von celltel, einmal von Nokia und einmal von irgendsoeinem Kopfschmerzmittelproduzent praesentiert.
Leo Der Zoo ist fuer einen Deutschen gewoehnungsbeduerftig. Unvorstellbar im Leipziger Zoo nur durch einen Maschendrahtzaun von einem Loewen getrennt zu sein. Dafuer haben wir dort aber eine ganze Menge ugandischer Tiere gesehen.
Unter anderem afrikanische Schweine, Zebras, Hyaenen, Krokodile und Schildkroeten. Und die beiden einzigen Nashoerner in Uganda!
Da ich von Gefluegel keine Ahnung habe, kann ich nur einen Strauss, die Papageien und den ugandischen Wappenvogel von den ganzen Voegeln im Zoo benennen. Die anderen waren aber auch nett.
Der ZooBuffalos und Antelops gab es natuerlich auch in rauhen Mengen. Grosse und kleine, aber keine Elephants! Dafuer gibt es aber ein Fiber Optic Cable, vermutlich um den ganzen Tieren Breitband-Internet zu ermoeglichen ;-)
Die Attraktion des Zoos sind aber zweifelsohne die Schimpansen. Bei denen war ich mir hinterher aber nicht so sicher, wer da fuer wen die groessere Attraktion darstellt…
Forrest Walk Nachdem wir uns die ganzen Tierchen angeschaut hatten – einige wollten uns allerdings nicht sehen – haben wir einen Forrest Walk gemacht. Nunja… den Weg hat vor uns schon lange niemand mehr genutzt. Als wir dann ploetzlich in einem Gehege standen, wurde uns klar, warum die viele Affen um uns herum sind…

Imperial Resort BeachNach dem Zoo sind wir dann ins Imperial Ressort Beach gefahren. Da kann sich manches deutsche Hotel verstecken. So viel Luxus hat man auch in Europa nicht oft.
Wir haben dort African Tea getrunken, auf den wir eine geschlagene Stunde warten mussten.
Immerhin war er lecker.

VegetablesAm Abend habe ich dann eine Gemuesepfanne gemacht, mit Auberginen, Zucchini und Kartoffeln. Ach, und Zwiebeln. Seit dem erinnert mich Andi immer daran, dass ich noch eine Zwiebel schaelen wollte… dreimal am Tag…

Apropos… es gab ja Fragen, was man hier in Afrika so isst. Einigermassen vertraeglich muss es ja sein, sonst haette ich Feinschmecker wohl nicht so lange ueberlebt. Die Woche ueber lassen Andi und ich uns meistens von Richie das “Daily Food” mitbringen: Daily FoodReis mit Bohnen und Fleisch – auf das ich aber verzichte. Ansonsten kann man hier in Kampala auch sehr gut Essen gehen. Wir waren schon beim Schweizer (ganz ok fuer die Mittagspause), beim einem Thai-Restaurant (mit Japanern: Miga und ihrem Freund, das Essen war sehr lecker) und zweimal Chinesisch. Ausserdem hat Andi mir das afrikanische Fast Food in Garden City gezeigt. Schmecken tuts fantastisch, die Preise sind europaeisch… nur von fast kann keine Rede sein. So schmeckt Afrika.
Fruehstueck in KamapalaZu Hause esse ich dann immer noch jede Menge Ananas, Mango und Baby-Bananen. Ausserdem mach Sarah fuer uns oft afrikanische Speisen, deren Namen ich mir nicht merken kann, die aber allesamt sehr lecker sind. Und das Fruehstueck macht Sarah auch jeden Morgen – ich will sie mitnehmen…!
Mein kulinarisches Fazit: Fuer Vegetarier ist Uganda ein Paradies!

Fuer Freitag war ja die Safari zum Nil geplant. Da in der Gegend um die Murchinson Falls Malaria sehr haeufig vorkommt, sind Andi und ich zum Krankenhaus gefahren, um Prophylaxe zu holen.
International Hospital KampalaJetzt muss ich drei Wochen lang jeden Tag eine Doxycyclin-Tablette nehmen.
Das Krankenhaus (IHK heiss nicht Industrie- und Handelskammer sondern International Hospital Kampala) ist durchaus auf europaeischem Niveau.
Die Aussicht vom Krankenhausbalkon wuerde ich sogar als deutlich besser bezeichnen.

Diese Woche habe ich dann auch mal Waesche gewaschen. Es war grade wieder Stromausfall und ich hatte eine LED-Lampe von Rene um den Kopf geschnallt. War schon interessant. Irgendwie.
Na, immerhin ist alles sauber geworden – nur eine Socke fehlt mir jetzt.

Old Taxi ParkAls wir im Laufe der Woche mal wieder die City von Kampala besuchten um einige Dinge zu erledigen, hat Andi mir den Old Taxi Park gezeigt. Von hier aus starten alle Matatus in Kampala.
Das Chaos ist unbeschreiblich, als wohlgeordneter Deutscher fragt man sich verzweifelt, wie sich die Leute hier zurechtfinden, aber offensichtlich klappt es.

Der Stromspar-ServerIm Buero habe ich jetzt eine Teststellung fuer unseren Stromspar-Server aufgebaut, um ihn konfigurieren zu koennen. Hier ist auch endlich mal ein Bild vom ersten Afrika-PC zu sehen.
Ich bin sicher, das Teil wird der Verkaufshit hier in Uganda ;-)

Rezeption auf dem PickupAusserdem gab’s diese Wochen endlich die Rezeption fuer Diamond ICT. Die hat Andi ja schon im letzten Jahr in Auftrag gegeben. In Afrika dauert hat alles etwas laenger…
Immerhin ist sie sehr schoen geworden und als wir sie abholten (sie war IKEA-tauglich in Einzelteile zerlegt), hatte ich auch Gelegenheit, die afrikanische Transportweise kennenzulernen.

Nach Norden...Am Freitag ging es dann endlich los zum Nil!
Didi, Rene und ich sind mit Andis Pickup gen Norden gefahren. Zunaechst durch die ganze Stadt, was sicherlich der muehsamste Teil der Fahrt war, und dann die Landstrasse ueber Bombo, Luwero, Kigumba und Masindi zum Murchinson Falls National Park. Dort hatten wir am Suedufer des Nil im Red Chili Rest Camp ein Zelt fuer uns reserviert.
Im Murchinson Falls National ParkDer Park ist ein Naturerlebnis. Nachdem man fuer das Auto und jede Person einen vergleichsweise erschwinglichen Obulus entrichtet hat, faehrt man eine schier endlose Strasse durch den Wald und die Savanne. Von der Grenze des Parks bis zu unserem Camp brauchten wir gut zwei Stunden, weil wir immer wieder angehalten haben, um die Landschaft zu fotografieren.
Der Murchinson Falls National ParkIm Camp gab es dann ein Problem: Didi hatte sein eigenes Zelt mitgebracht und die Stangen fehlten. Nachdem wir eine Weile nach geeigneten Aesten gesucht haben, kam Rene auf die Idee von den Dachdeckern, die gerade an der Bar-Huette des Camps arbeiteten eine Bambusstange zu borgen – was er dann auch tat. Zu dritt haben wir es dann geschafft, die Bambusstange zu teilen und mit den Haelften das Zelt aufzustellen. Damit sind wir also alle drei Afrika-tauglich.
Das Camp liegt auf einem Huegel, 500 Meter vom Nil entfernt.Der NilNatuerlich haben wir dem Fluss gleich noch einen Besuch abgestattet und haben eine Bootsfahrt zu den Faellen fuer den naechsten Tag reserviert. Urspruenglich wollten wir ja am Nachmittag fahren, aber da war schon ausgebucht. Einer der Bootsbesitzer erklaerte uns aber, dass es viel besser sei, frueh den Nil hinaufzufahren, weil da alle Tiere zum Trinken kaemen. Wir waren erstmal gespannt.
Und morgen! Morgen gehen wir auf Safari.

Impressionen

Kampala CityEine Geschaeftsstrasse in der City von Kampala

Staub und Stau in KampalaHier kann man den alltaeglichen Staub und Stau in Kampala erahnen

LKW in UgandaSolche LKWs trifft man haeufig auf den Strassen von Uganda. Interessant ist die Bewegung der Leute oben drauf, wenn er ueber einen Speed Hump faehrt.

Forrest Walk im ZooDen Forrest Walk im Zoo von Entebbe hat vor Andi und mir lange Zeit keiner gemacht

Ein Baum im ZooIn Afrika ist alles etwas groesser – z.B. dieser Baum im Zoo von Entebbe

Ein Baum vor dem Zoo…ok, offensichtlich geht es auch noch groesser…

Murchinson Falls National ParkUnterwegs zu den Murchinson Falls – von da…

Murchinson Falls National Park…geht es nach dort.

Murchinson Falls National ParkEndlich am Nil (kleiner Scherz)

Die Kakerlake der Woche

Kakerlake am Abend...Eine tote Kakerlake in der Waschkueche am Abend…

Kakerlake am Morgen...…und am Morgen danach. In Afrika verkommt nichts – innerhalb von nicht mal einem Tag war sie weg!

Kakerlakensammlung vom DonnerstagAm Donnerstag haben die Kakerlaken einen Ueberfall auf unsere Kueche veruebt.

I’m still alive – Uganda 2

Montag, 22. Januar 2007

Auch die zweite Woche Wildnis habe ich ueberlebt.
Abgesehen davon, dass mich Riesenspinnen attakierten, die eingeborenen Kannibalen mich kochen wollten und Andi und ich uns fuenf Tage lang im Dschungel verlaufen hatten, verlief sie sogar recht ereignislos. Aaehh.. ja. Spass beiseite.

Blick vom Steinbruch
Am Samstag haben wir groesstenteils nichts getan. Das war auch mal ganz angenehm, hatte ich doch die Chance, endlich zu realisieren, dass ich jetzt in Afrika bin. Andi kurierte die Reste seiner Erkaeltung aus und musste ja mitten in der Nacht Didi und Rene vom Flughafen abholen. Deren Flieger kam ueber eine Stunde zu spaet, aber irgendwann in den fruehen Morgenstunden des Sonntags waren auch die beiden schliesslich wohlbehalten im Compound.

Andi hatte fuer Rene noch ein Bett bei Emmanuel unserem Tischler in Auftrag gegeben. Das ist ziemlich schick geworden. Ein Foto davon folgt spaeter.

Sonntag nachmittag machte Didi dann eine Turbo-Fuehrung mit uns durch Kampala…

Steinbruch Begonnen hat die Fuehrung am Steinbruch hinter dem Tank Hill. Von dort hat man eine gute Sicht auf den Lake Victoria und auf die Suempfe vor der Stadt.
WaldAuf dem Huegel oberhalb des Steinbruchs haben Andi und ich uns noch (verbotenerweise) das Grundstueck einer amerikanischen Aerztin angeguckt. Sie hat’s sehr romantisch, oder?

Nach dem Steinbruch ging’s nach Ggaba, einem Fischerdorf am Lake Victoria. Der Uebergang von Kampala nach Ggaba ist ziemlich fliessend, ein Ortsschild vermisst wohl nur der deutsche Tourist.
Ggaba MarktDie Fischer von Ggaba gelten als Helden, weil die meisten von ihnen nicht schwimmen koennen und sich in ihren kleinen Booten auf den See wagen. Da der See zudem von Bilharzioseerregern nur so wimmelt ist die Lebenserwartung der Fischer nicht sehr hoch.
Fischraeuchern in GgabaDirekt am Wasser werden die Fische geraeuchert (Abfaelle schnappen sich die Marabus wie man sieht) und auf dem Markt verkauft. Andi und ich sind auch mal ueber den Markt gelaufen. Fotos habe ich dort aber lieber keine gemacht, meine Kamera war mir zu teuer. Ich denke, die Impressionen von ausserhalb des Marktes reichen aber auch.
Fuer jemanden der nur Luxus-Deutschland kennt, ist es kaum vorstellbar wie die Menschen hier leben.

Direkt neben Ggaba liegt ein Beach Ressort. Die Ressorts sind streng abgegrenzt und werden von bewaffneten Watchguards bewacht. Der Waechter wollte Didi gleich prellen und verlangte 4000 Schilling von uns als Eintritt. Normalerweise sind nur 1000 Schilling pro Fahrzeug faellig. Ein Schelm, wer boeses denkt.
Party im Beach RessortIm Beach Ressort trifft man dann hauptsaechlich Auslaender und die wenigen gut betuchten Ugander, die sich ihre Sonntage am Strand vertreiben. Hier werden auch die Pflanzen im Wasser entfernt, so dass das Bilharzioserisiko eher gering ist.
Vor dem Beach RessortDie Tatsache, dass nur 100 Meter weiter der Fischmarkt ist, vergisst man im Ressort sofort.
Allerdings wird einem auch gleich wieder bewusst, wo man sich aufhaelt, wenn man das Ressort verlaesst.

Nach dem Besuch des Beach Ressort hat Didi und dann noch das Speke Ressort gezeigt.
Andi und ich hatten uns das schon in der Woche vorher angeschaut, deshalb war der Kontrast-Schock fuer mich nicht ganz so gross, aber Rene war beeindruckt.
Speke RessortDas Speke Ressort ist die groesste Hotel- und Freizeitanlage Kampalas, direkt am Lake Victoria.
Wie alle gut laufenden Unternehmungen in Uganda gehoert auch das Speke Ressort einem Inder.

Nach einer kurzen Rundfahrt durch die Innenstadt von Kampala sind wir dann wieder nach Hause zurueckgekehrt. Meiner Meinung nach sollte Didi Reisen anbieten: Uganda in 24 Stunden ;-)

Die Woche ueber hatte ich dann auch einiges zu tun.
GeldprueferDa viele gefaelschte 20000-Schilling-Scheine im Umlauf sind, habe ich aus einer kaputten LED-Taschenlampe, einer abgeschnittenen Wasserflasche von Rwenzori, etwas Alufolie und einem USB-Kabel einen Geld-Pruefer fuer Yvonne, unsere Buchhalterin, gebastelt.
Die ugandischen Kollegen waren begeistert!

EmmanuelAusserdem hat Emmanuel, unser Tischler, mein Gehaeuse fuer den Stromspar-PC fertiggestellt. Wir haben das Geraet dann gemeinsam zusammengebaut. Der erste hoelzerne PC, gefertig in einer Tischler-Werkstatt in Kampala – wenn das nichts ist.

RegenAm Freitag hat es dann, obwohl ja Trockenzeit sein sollte, extrem geregnet. Unser Arbeitsweg sah… interessant aus. Trotz des vielen Regens zur Zeit ist es sehr warm. Die Ugander sind auch ueberhaupt nicht traurig, sind doch die Power Cuts durch den Regen seltener geworden. Voriges Jahr wurde noch jeden zweiten Tag der Strom abgestellt, im Moment passiert das nur alle vier Tage.

Das amuesanteste Erlebnis diese Woche hatte ich, als Andi und ich die lokalen Telcos besuchten. Andi, als Manager von Diamond ICT, ist mit Anzug und Krawatte gegangen. Ich als nichts kam einfach in Sandalen, Safari-Hosen und Hawai-Hemd mit. Jedenfalls hatte ich die Gelegenheit sehr viele junge Uganderinnen auf Andi starren zu sehen. Sowas habe ich bei Frauen in Europa noch nie erlebt…

Diamond ICT TeamDamit ihr auch mal wisst, mit dem ich hier bei Diamond ICT so zu tun habe, hier mal ein Gruppenfoto von uns: Andi, Harrison (Lehrer), der Watchguard, Steven (Lehrer), Godfrey (Techniker), Yvonne (Buchhalterin), ein Elefant, Charles (Praktikant) und Richie (Hausmeister).

Impressionen

Die Ggaba Road
Unterwegs auf der Ggaba Road

Ggaba
Mein erster Eindruck von Ggaba.

Fisch
Fisch wird zum Ggaba Markt gebracht.

Huetten
Ein kleiner Kontrast – so wohnt man in Kampala

Huette
Ein groesserer Kontrast: Diese Huette steht…

Villa
…direkt neben dieser Villa. Kaum zu glauben.

Berg
Diese Strasse waere in Deutschland sicherlich eine Tempo-30-Zone. Hier in Kampala schaltet man auf 4WD um.

“How are you?” – Eine Woche Uganda

Montag, 15. Januar 2007

Mittlerweile bin ich eine ganze Woche in Uganda, Zeit einiges ueber die ersten Eindruecke zu schreiben.

Afrika!

Wir starteten am 6. Januar puenktlich um 8 in Plauen und sind ziemlich problemlos nach Frankfurt gekommen. Dort ging dann nachmittags um drei der Flieger nach Kairo.

Egypt Air ist ganz ok, keine Luxus-Airline, aber fuer Abenteurer durchaus angemessen ;-)

Kairo bei Nacht Imposant war der naechtliche Anflug auf Kairo, ich habe versucht einige Impressionen aus dem Flugzeug festzuhalten. Die Stadt ist ein wahres Lichtermeer, das sich bis zum Horizont hinzieht. Ueberall an den Stassen sieht man gruene Ballons als Laternen, so dass Kairo vom Himmel aus wie der Sommerball der Gluehwuermchen wirkt.

Der Flughafen Kairo allerdings ist ein Erlebnis ganz anderer Art – ein vergleichbares Chaos ist mir noch nirgendwo begegnet. Wir kamen so gegen 21 Uhr Ortszeit an und wurden aus dem Flugzeug in einen Bus verfrachtet – nichts ungewoehnliches erstmal. Als wir dann aber aus dem Bus ausgestiegen waren und uns auf den Weg zu den Terminal machen wollten, wurden wir nach der Haelfte des Weges zurueckgepfiffen. Transitpassagiere sollten woanders hin. Also stiegen wir wieder in den Bus ein und wurden erstmal wieder zurueck aufs Flugfeld gefahren. Von da an ging’s dann auf eine andere Etage zu den richtigen Terminals.

Nachdem wir den Bus verlassen hatten (diesmal entgueltig) mussten wir alle unsere Paesse und Flugtickets abgeben. Die Kairoer Beamten sammelten sie alle ein und packten sie auf grosse Stapel – eine interessante Erfahrung, wenn der Anschlussflug in einer Stunde geht und man eine dreiviertel Stunde auf seinen Pass warten muss.

Hut ab vor den Aegyptern, dass sie das von ihnen gestiftete Pass-Chaos wieder aussortieren konnten.

Schliesslich kamen wir aber zu unseren Paessen und auch zum Flugzeug, das mit deutlicher Verspaetung gen Entebbe startete.

Dort kamen wir irgendwann in den fruehen Morgenstunden an. Richie und Rashid haben uns mit Andis Pickup abgeholt. Andi ist dann von von Entebbe nach Kampala gefahren, wo wir wohnen.
Moskitonetz Irgendwann gegen sieben sind wir dann endlich ins Bett gekommen. Dass ich unter einem Moskitonetz geschlafen habe, habe ich erst irgendwann spaeter realisiert.
Am Sonntag Nachmittag habe ich dann erste Eindruecke von der Stadt bekommen – die Gegensaetze sind unglaublich. Mindestens ebenso unglaublich ist der Geschmack der Knorr-Tomatensuppe, die es hier in Uganda gibt. Ich habe versucht, sie mit Oregano, Basilikum und Rosmarin zu verfeinern, bin aber klaeglich gescheitert…

Das Haus wird gut bewacht. Von Kila und Paula und von Rashid. Paula und KilaDer ist zwar eigentlich Gaertner, hat aber letztens einen Fernseher von Didi bekommen und wird das Compound wie ein Loewe verteidigen.
Die ganze Woche ueber haben wir gearbeitet. Das funktioniert hier aber anders als in Europa. Wir wollten eine Website per FTP auf einen Server bei Infocom transferieren – prinzipiell ja kein Problem, moechte man meinen. Nicht so in Uganda. Irgendwann sind wir dann mit der Seite auf CD ins Rechenzentrum gefahren – keiner da, der uns haette helfen koennen. In Afrika kann man Probleme aber aussitzen, also warteten wir auf den Besucherstuehlen – zwei Stunden. Als wir langsam so richtig Hunger hatten, wurden wir auf den naechsten Tag vertroestet. Am zweiten Tag erklaerte uns eine Angestellte, dass uns nicht geholfen werden koenne, weil Andi ja den Chef kennt und sich niemand traut uns zu helfen, aus Angst, etwas falsch zu machen. Logisch, oder?

Am dritten Tag war endlich der Chef wieder da und der hat uns dann auf den vierten Tag vertroestet. Da haben wir dann endlich mit einem Admin sprechen koennen, so dass die Website am Freitag fertig war. Insgesamt hat sich das ganze schon seit drei Monaten hingezogen. Andis Kommentar: Die Woche war richtig erfolgreich – fuer’ne afrikanische Woche.

Meine Afrika-Qualifikation habe ich in dieser Woche auch bestanden – ich habe den Laptop von Lioba repariert. Mit Loetkolben und Heisskleber.

African Tea Nachdem Andi mich den Einheimischen vorgestellt und mir einiges von Kampala gezeigt hat, haben wir noch African Tea getrunken. Obwohl ich Tee eigentlich nicht mit Zucker trinke, schmeckt dieser speziell afrikanisch gewuerzte Tee nur mit mindestens drei Loeffeln Zucker.

Impressionen

Baugeruest
Gebaut wird in Afrika etwas anders als bei uns…

Einheimische
Ich hatte auch schon die Gelegenheit, Einheimische kennenzulernen…

Kampala
Das Zentrum von Kampala aus Richtung Kansanga, wo wir wohnen.

Kaufhaus in Kampala
Eine Einkaufspassage an der Kampala Road, der groessten Geschaeftsstrasse in Kamapala.

Seitenstrasse der Kampala Road
Eine der angenehmeren Seitenstrassen der Kampala Road…

Matatus
Matatus praegen das Strassenbild von Kampala. Die Toyota Hiace machen mindestens 50% der Autos aus.

Sonnenuntergang ueber Kampala
Der Sonnenuntergang ueber Kampala vom Hotel Diplomat aus gesehen.

Willi

Willi
Achja… Das aufregendste Ereignis diese Woche war das Ableben von Willi, meiner Stubenkakerlake.

Hallo Welt

Samstag, 17. Juni 2006

lang genug hat’s gedauert, jetzt ist es da.
Vielen Leuten war’s versprochen, hoffentlich sind sie jetzt froh.
Vielleicht wird es wie geplant, möglicherweise aber auch völlig anders.
Egal wie’s kommt, es wird auf jeden Fall spannend.