Wir waren nun schon zwei Tage ohne Wasser unter der brennenden Sonne der Wueste unterwegs.
Ich hatte das Gefuehl, dass es mit jedem Schritt heisser wuerde. Es war unertraeglich.
Muehsehlig schleppten wir uns vorwaerts, ueber die naechste Duene. Und da! Am Horizont!
Eine Oase…
Okokok… Das hat jetzt absolut nichts mit meinem Aufenthalt in Uganda zu tun. Aber man sagt, der erste Satz eines Buches soll so fesselnd sein, dass der Leser das Buch nicht mehr zur Seite legt. Vielleicht gilt das ja auch fuer Blogs…
Die dritte Woche Uganda begann am Sonntag mit einem Besuch im Zoo in Entebbe, der ehemaligen Hauptstadt von Uganda.
Die Strasse von Kampala nach Entebbe ist fuer ugandische Verhaeltnisse extrem gut ausgebaut und landschaftlich recht nett anzuschauen. Lustig ist, dass die Schilder, die die Entfernungen zum naechsten Ort anzeigen, in Uganda von Sponsoren aufgestellt werden.
Somit erfaehrt man dreimal, dass es noch 35 Kilometer bis Entebbe sind – einmal von celltel, einmal von Nokia und einmal von irgendsoeinem Kopfschmerzmittelproduzent praesentiert.
Der Zoo ist fuer einen Deutschen gewoehnungsbeduerftig. Unvorstellbar im Leipziger Zoo nur durch einen Maschendrahtzaun von einem Loewen getrennt zu sein. Dafuer haben wir dort aber eine ganze Menge ugandischer Tiere gesehen.
Unter anderem afrikanische Schweine, Zebras, Hyaenen, Krokodile und Schildkroeten. Und die beiden einzigen Nashoerner in Uganda!
Da ich von Gefluegel keine Ahnung habe, kann ich nur einen Strauss, die Papageien und den ugandischen Wappenvogel von den ganzen Voegeln im Zoo benennen. Die anderen waren aber auch nett.
Buffalos und Antelops gab es natuerlich auch in rauhen Mengen. Grosse und kleine, aber keine Elephants! Dafuer gibt es aber ein Fiber Optic Cable, vermutlich um den ganzen Tieren Breitband-Internet zu ermoeglichen 
Die Attraktion des Zoos sind aber zweifelsohne die Schimpansen. Bei denen war ich mir hinterher aber nicht so sicher, wer da fuer wen die groessere Attraktion darstellt…
Nachdem wir uns die ganzen Tierchen angeschaut hatten – einige wollten uns allerdings nicht sehen – haben wir einen Forrest Walk gemacht. Nunja… den Weg hat vor uns schon lange niemand mehr genutzt. Als wir dann ploetzlich in einem Gehege standen, wurde uns klar, warum die viele Affen um uns herum sind…
Nach dem Zoo sind wir dann ins Imperial Ressort Beach gefahren. Da kann sich manches deutsche Hotel verstecken. So viel Luxus hat man auch in Europa nicht oft.
Wir haben dort African Tea getrunken, auf den wir eine geschlagene Stunde warten mussten.
Immerhin war er lecker.
Am Abend habe ich dann eine Gemuesepfanne gemacht, mit Auberginen, Zucchini und Kartoffeln. Ach, und Zwiebeln. Seit dem erinnert mich Andi immer daran, dass ich noch eine Zwiebel schaelen wollte… dreimal am Tag…
Apropos… es gab ja Fragen, was man hier in Afrika so isst. Einigermassen vertraeglich muss es ja sein, sonst haette ich Feinschmecker wohl nicht so lange ueberlebt. Die Woche ueber lassen Andi und ich uns meistens von Richie das “Daily Food” mitbringen:
Reis mit Bohnen und Fleisch – auf das ich aber verzichte. Ansonsten kann man hier in Kampala auch sehr gut Essen gehen. Wir waren schon beim Schweizer (ganz ok fuer die Mittagspause), beim einem Thai-Restaurant (mit Japanern: Miga und ihrem Freund, das Essen war sehr lecker) und zweimal Chinesisch. Ausserdem hat Andi mir das afrikanische Fast Food in Garden City gezeigt. Schmecken tuts fantastisch, die Preise sind europaeisch… nur von fast kann keine Rede sein. So schmeckt Afrika.
Zu Hause esse ich dann immer noch jede Menge Ananas, Mango und Baby-Bananen. Ausserdem mach Sarah fuer uns oft afrikanische Speisen, deren Namen ich mir nicht merken kann, die aber allesamt sehr lecker sind. Und das Fruehstueck macht Sarah auch jeden Morgen – ich will sie mitnehmen…!
Mein kulinarisches Fazit: Fuer Vegetarier ist Uganda ein Paradies!
Fuer Freitag war ja die Safari zum Nil geplant. Da in der Gegend um die Murchinson Falls Malaria sehr haeufig vorkommt, sind Andi und ich zum Krankenhaus gefahren, um Prophylaxe zu holen.
Jetzt muss ich drei Wochen lang jeden Tag eine Doxycyclin-Tablette nehmen.
Das Krankenhaus (IHK heiss nicht Industrie- und Handelskammer sondern International Hospital Kampala) ist durchaus auf europaeischem Niveau.
Die Aussicht vom Krankenhausbalkon wuerde ich sogar als deutlich besser bezeichnen.
Diese Woche habe ich dann auch mal Waesche gewaschen. Es war grade wieder Stromausfall und ich hatte eine LED-Lampe von Rene um den Kopf geschnallt. War schon interessant. Irgendwie.
Na, immerhin ist alles sauber geworden – nur eine Socke fehlt mir jetzt.
Als wir im Laufe der Woche mal wieder die City von Kampala besuchten um einige Dinge zu erledigen, hat Andi mir den Old Taxi Park gezeigt. Von hier aus starten alle Matatus in Kampala.
Das Chaos ist unbeschreiblich, als wohlgeordneter Deutscher fragt man sich verzweifelt, wie sich die Leute hier zurechtfinden, aber offensichtlich klappt es.
Im Buero habe ich jetzt eine Teststellung fuer unseren Stromspar-Server aufgebaut, um ihn konfigurieren zu koennen. Hier ist auch endlich mal ein Bild vom ersten Afrika-PC zu sehen.
Ich bin sicher, das Teil wird der Verkaufshit hier in Uganda
Ausserdem gab’s diese Wochen endlich die Rezeption fuer Diamond ICT. Die hat Andi ja schon im letzten Jahr in Auftrag gegeben. In Afrika dauert hat alles etwas laenger…
Immerhin ist sie sehr schoen geworden und als wir sie abholten (sie war IKEA-tauglich in Einzelteile zerlegt), hatte ich auch Gelegenheit, die afrikanische Transportweise kennenzulernen.
Am Freitag ging es dann endlich los zum Nil!
Didi, Rene und ich sind mit Andis Pickup gen Norden gefahren. Zunaechst durch die ganze Stadt, was sicherlich der muehsamste Teil der Fahrt war, und dann die Landstrasse ueber Bombo, Luwero, Kigumba und Masindi zum Murchinson Falls National Park. Dort hatten wir am Suedufer des Nil im Red Chili Rest Camp ein Zelt fuer uns reserviert.
Der Park ist ein Naturerlebnis. Nachdem man fuer das Auto und jede Person einen vergleichsweise erschwinglichen Obulus entrichtet hat, faehrt man eine schier endlose Strasse durch den Wald und die Savanne. Von der Grenze des Parks bis zu unserem Camp brauchten wir gut zwei Stunden, weil wir immer wieder angehalten haben, um die Landschaft zu fotografieren.
Im Camp gab es dann ein Problem: Didi hatte sein eigenes Zelt mitgebracht und die Stangen fehlten. Nachdem wir eine Weile nach geeigneten Aesten gesucht haben, kam Rene auf die Idee von den Dachdeckern, die gerade an der Bar-Huette des Camps arbeiteten eine Bambusstange zu borgen – was er dann auch tat. Zu dritt haben wir es dann geschafft, die Bambusstange zu teilen und mit den Haelften das Zelt aufzustellen. Damit sind wir also alle drei Afrika-tauglich.
Das Camp liegt auf einem Huegel, 500 Meter vom Nil entfernt.
Natuerlich haben wir dem Fluss gleich noch einen Besuch abgestattet und haben eine Bootsfahrt zu den Faellen fuer den naechsten Tag reserviert. Urspruenglich wollten wir ja am Nachmittag fahren, aber da war schon ausgebucht. Einer der Bootsbesitzer erklaerte uns aber, dass es viel besser sei, frueh den Nil hinaufzufahren, weil da alle Tiere zum Trinken kaemen. Wir waren erstmal gespannt.
Und morgen! Morgen gehen wir auf Safari.
Impressionen
Eine Geschaeftsstrasse in der City von Kampala
Hier kann man den alltaeglichen Staub und Stau in Kampala erahnen
Solche LKWs trifft man haeufig auf den Strassen von Uganda. Interessant ist die Bewegung der Leute oben drauf, wenn er ueber einen Speed Hump faehrt.
Den Forrest Walk im Zoo von Entebbe hat vor Andi und mir lange Zeit keiner gemacht
In Afrika ist alles etwas groesser – z.B. dieser Baum im Zoo von Entebbe
…ok, offensichtlich geht es auch noch groesser…
Unterwegs zu den Murchinson Falls – von da…
…geht es nach dort.
Endlich am Nil (kleiner Scherz)
Die Kakerlake der Woche
Eine tote Kakerlake in der Waschkueche am Abend…
…und am Morgen danach. In Afrika verkommt nichts – innerhalb von nicht mal einem Tag war sie weg!
Am Donnerstag haben die Kakerlaken einen Ueberfall auf unsere Kueche veruebt.