Ein Handbuch für überforderte Intellektuelle war alles, was dieser Welt noch gefehlt hat.
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Was anderes bleibt mir da übrig als dieses Werk zu lesen…
Nun, trotz der überragenden Qualität dieser Anleitung, die den Leser in 8 Schritten zum Nichtdenker machen soll, habe ich es nicht geschafft mit dem Denken aufzuhören.
Vielleicht hätte ich während des Lesens einfach einige der Übungen ausführen sollen…
Hannes Stein, bei der Welt verantwortlich für “Die literarische Welt”, erläutert dem Leser zunächst, warum das Nichtdenken sinnvoll und erstrebenswert ist, indem er die Nachteile des Denkens aufzählt (Einsamkeit, Langeweile, Hässlichkeit) und dem gegenüberstellt, was man durch Nichtdenken gewinnen kann: Kraft, Reichtum, Innere Ruhe, Selbstvertrauen, Mut, Selbstachtung, Gesundheit und Sex.
Dann stellt er die acht Wege vor, die den Leser seiner Ansicht nach zum Nichtdenken führen, mit unterschiedlichem Aufwand und Risiken: Harmoniestreben, eine vollständige Identifikation mit einer Volksgruppe, Grölen mit der Menge, sich für den Größten halten, Reden wie ein Wasserfall ohne zu wissen worüber, zum Islam konvertieren, das Lesen aufgeben und drogenabhängig werden. Zu jedem dieser Wege werden dann noch zwei bis drei Übungen angeboten, mit deren relmäßiger Ausführung man das Ziel des Nichtdenkens sicher erreichen kann.
Besonders gut finde ich die Idee einfach zu reden… Dieser Weg wird durch zwei einleuchtende Beispiele erklärt:
Ernst Thälmann mit seiner Aussage “Mit einem Bein stehen wir im Grab und mit dem anderen nagen wir am Hungertuch” sowie Gustave Flauberts “Wörterbuch der Gemeinplätze”, das Hannes Stein gleich noch um aktuelle Beispiele ergänzt (Neoliberalismus – Man verurteile ihn. Google – Unglaublich vertrauenswürdige Quelle, stets bei Recherchen angeben.) Toll, oder? Damit weiß man immer, was man wozu sagen soll
Die anderen sieben Weg sind aber auch nicht zu verachten!
Alles in allem ein Lesespaß, für Leute, die bereits Nichtdenker sind, denkbar ungeeignet.