Richard Condon: Der Manchurian Kandidat

Raymond Shaw, ein amerikanischer Offizier, dessen Kindheit vor allem durch Haß gegenüber seiner Mutter geprägt ist, fällt während des Korea-Krieges zusammen mit einem Spähtrupp in die Hände der Kommunisten.
Diese führen beim allen Soldaten des Trupps eine Gehirnwäsche durch, insbesondere jedoch bei Raymond.
Der Manchurian Kandidat

Zurückgekehrt in die Heimat wird Raymond, der eigentlich alle Menschen gleichermaßen verabscheut, zum Helden hochstilisiert – alle Angehörigen des Spähtrupps bezeugen, daß Raymond allein sie gerettet hat.
Die angebliche Heldentat Raymonds kommt seiner Mutter sehr entgegen, kann sie sie doch für ihre politischen Ambitionen nutzen, insbesondere um Raymonds Stiefvater, Senator Iselin, Stück für Stück näher ans Weiße Haus zu bringen. Raymond wehrt sich zwar, doch nur halbherzig; er hat zu viel Angst vor seiner Mutter, die alle Menschen in ihrem Umfeld manipuliert.
Auf einer Europareise, auf der Raymond seine Mutter begleitet, bringt diese nicht nur die Vereinigten Staaten in Mißkredit bei den europäischen Regierungen, es geschehen auch einige Morde an hochrangigen Politikern in ihrer Umgebung, für die es keine Erklärungen gibt.
Klarheit kommt erst langsam auf, als Raymond, der inzwischen als Journalist bei einer großen Zeitung arbeitet, Ben Macro wiederbegegnet, der noch immer als Offizier in der Armee dient und von Alpträumen geplagt wird.
Marcos Träume zeigen, was damals in Korea wirklich geschah, daß nämlich nicht wie bisher vermutet Raymond den Spähtrupp gerettet hat, sondern daß vielmehr alle einer Gehirnwäsche unterzogen wurden.
Eine Spezialeinheit wird gebildet, die weitere Morde durch Raymond verhindern soll – was zuletzt auch gelingt, wenn auch zu einem hohen Preis.

Das Buch von Richard Condon erschien zuerst 1959, kurz vor dem Höhepunkt des Kalten Krieges, was man der Stimmung im Buch durchaus anmerkt. In den Sechzigern wurde es mit Frank Sinatra verfilmt, 2004 noch einmal mit Denzel Washington, wobei die Handlung in die Zeit des Golfkrieges verlegt wurde.
Insgesamt ein sehr spannendes Buch, daß sich, wenn man sich einmal an den Sprachstil des Autors gewöhnt hat, sehr gut liest.

Fazit: Kein Muss, aber empfehlenswert

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