I’m still alive – Uganda 2

Auch die zweite Woche Wildnis habe ich ueberlebt.
Abgesehen davon, dass mich Riesenspinnen attakierten, die eingeborenen Kannibalen mich kochen wollten und Andi und ich uns fuenf Tage lang im Dschungel verlaufen hatten, verlief sie sogar recht ereignislos. Aaehh.. ja. Spass beiseite.

Blick vom Steinbruch
Am Samstag haben wir groesstenteils nichts getan. Das war auch mal ganz angenehm, hatte ich doch die Chance, endlich zu realisieren, dass ich jetzt in Afrika bin. Andi kurierte die Reste seiner Erkaeltung aus und musste ja mitten in der Nacht Didi und Rene vom Flughafen abholen. Deren Flieger kam ueber eine Stunde zu spaet, aber irgendwann in den fruehen Morgenstunden des Sonntags waren auch die beiden schliesslich wohlbehalten im Compound.

Andi hatte fuer Rene noch ein Bett bei Emmanuel unserem Tischler in Auftrag gegeben. Das ist ziemlich schick geworden. Ein Foto davon folgt spaeter.

Sonntag nachmittag machte Didi dann eine Turbo-Fuehrung mit uns durch Kampala…

Steinbruch Begonnen hat die Fuehrung am Steinbruch hinter dem Tank Hill. Von dort hat man eine gute Sicht auf den Lake Victoria und auf die Suempfe vor der Stadt.
WaldAuf dem Huegel oberhalb des Steinbruchs haben Andi und ich uns noch (verbotenerweise) das Grundstueck einer amerikanischen Aerztin angeguckt. Sie hat’s sehr romantisch, oder?

Nach dem Steinbruch ging’s nach Ggaba, einem Fischerdorf am Lake Victoria. Der Uebergang von Kampala nach Ggaba ist ziemlich fliessend, ein Ortsschild vermisst wohl nur der deutsche Tourist.
Ggaba MarktDie Fischer von Ggaba gelten als Helden, weil die meisten von ihnen nicht schwimmen koennen und sich in ihren kleinen Booten auf den See wagen. Da der See zudem von Bilharzioseerregern nur so wimmelt ist die Lebenserwartung der Fischer nicht sehr hoch.
Fischraeuchern in GgabaDirekt am Wasser werden die Fische geraeuchert (Abfaelle schnappen sich die Marabus wie man sieht) und auf dem Markt verkauft. Andi und ich sind auch mal ueber den Markt gelaufen. Fotos habe ich dort aber lieber keine gemacht, meine Kamera war mir zu teuer. Ich denke, die Impressionen von ausserhalb des Marktes reichen aber auch.
Fuer jemanden der nur Luxus-Deutschland kennt, ist es kaum vorstellbar wie die Menschen hier leben.

Direkt neben Ggaba liegt ein Beach Ressort. Die Ressorts sind streng abgegrenzt und werden von bewaffneten Watchguards bewacht. Der Waechter wollte Didi gleich prellen und verlangte 4000 Schilling von uns als Eintritt. Normalerweise sind nur 1000 Schilling pro Fahrzeug faellig. Ein Schelm, wer boeses denkt.
Party im Beach RessortIm Beach Ressort trifft man dann hauptsaechlich Auslaender und die wenigen gut betuchten Ugander, die sich ihre Sonntage am Strand vertreiben. Hier werden auch die Pflanzen im Wasser entfernt, so dass das Bilharzioserisiko eher gering ist.
Vor dem Beach RessortDie Tatsache, dass nur 100 Meter weiter der Fischmarkt ist, vergisst man im Ressort sofort.
Allerdings wird einem auch gleich wieder bewusst, wo man sich aufhaelt, wenn man das Ressort verlaesst.

Nach dem Besuch des Beach Ressort hat Didi und dann noch das Speke Ressort gezeigt.
Andi und ich hatten uns das schon in der Woche vorher angeschaut, deshalb war der Kontrast-Schock fuer mich nicht ganz so gross, aber Rene war beeindruckt.
Speke RessortDas Speke Ressort ist die groesste Hotel- und Freizeitanlage Kampalas, direkt am Lake Victoria.
Wie alle gut laufenden Unternehmungen in Uganda gehoert auch das Speke Ressort einem Inder.

Nach einer kurzen Rundfahrt durch die Innenstadt von Kampala sind wir dann wieder nach Hause zurueckgekehrt. Meiner Meinung nach sollte Didi Reisen anbieten: Uganda in 24 Stunden ;-)

Die Woche ueber hatte ich dann auch einiges zu tun.
GeldprueferDa viele gefaelschte 20000-Schilling-Scheine im Umlauf sind, habe ich aus einer kaputten LED-Taschenlampe, einer abgeschnittenen Wasserflasche von Rwenzori, etwas Alufolie und einem USB-Kabel einen Geld-Pruefer fuer Yvonne, unsere Buchhalterin, gebastelt.
Die ugandischen Kollegen waren begeistert!

EmmanuelAusserdem hat Emmanuel, unser Tischler, mein Gehaeuse fuer den Stromspar-PC fertiggestellt. Wir haben das Geraet dann gemeinsam zusammengebaut. Der erste hoelzerne PC, gefertig in einer Tischler-Werkstatt in Kampala – wenn das nichts ist.

RegenAm Freitag hat es dann, obwohl ja Trockenzeit sein sollte, extrem geregnet. Unser Arbeitsweg sah… interessant aus. Trotz des vielen Regens zur Zeit ist es sehr warm. Die Ugander sind auch ueberhaupt nicht traurig, sind doch die Power Cuts durch den Regen seltener geworden. Voriges Jahr wurde noch jeden zweiten Tag der Strom abgestellt, im Moment passiert das nur alle vier Tage.

Das amuesanteste Erlebnis diese Woche hatte ich, als Andi und ich die lokalen Telcos besuchten. Andi, als Manager von Diamond ICT, ist mit Anzug und Krawatte gegangen. Ich als nichts kam einfach in Sandalen, Safari-Hosen und Hawai-Hemd mit. Jedenfalls hatte ich die Gelegenheit sehr viele junge Uganderinnen auf Andi starren zu sehen. Sowas habe ich bei Frauen in Europa noch nie erlebt…

Diamond ICT TeamDamit ihr auch mal wisst, mit dem ich hier bei Diamond ICT so zu tun habe, hier mal ein Gruppenfoto von uns: Andi, Harrison (Lehrer), der Watchguard, Steven (Lehrer), Godfrey (Techniker), Yvonne (Buchhalterin), ein Elefant, Charles (Praktikant) und Richie (Hausmeister).

Impressionen

Die Ggaba Road
Unterwegs auf der Ggaba Road

Ggaba
Mein erster Eindruck von Ggaba.

Fisch
Fisch wird zum Ggaba Markt gebracht.

Huetten
Ein kleiner Kontrast – so wohnt man in Kampala

Huette
Ein groesserer Kontrast: Diese Huette steht…

Villa
…direkt neben dieser Villa. Kaum zu glauben.

Berg
Diese Strasse waere in Deutschland sicherlich eine Tempo-30-Zone. Hier in Kampala schaltet man auf 4WD um.

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