Arthur C. Clarke: Die letzte Generation

Arthur C. Clarke: Die letzte Generation

Arthur C. Clarke: Die letzte Generation

Die Menschen sind nicht mehr allein. Übermächtig schweben seit Jahren die Raumschiffe der Overlords über der Erde. Kaum jemand kann sich an ein Leben ohne ihre dauernde Präsenz erinnern. Sie haben für die Menschen viel Gutes getan. Seit ihrer Anwesenheit herrscht weltweit Frieden, es gibt eine Regierung, die die Belange aller Menschen gleichermaßen vertritt.

Doch niemand weiß, was die Overlords planen. Niemand kennt ihre Ziele. Und noch nie hat ein Mensch einen der Overlords gesehen. Bis zum Tag an dem “… Die lederartigen Flügel, die kleinen Hörner, der buschige Schwanz, alles war vorhanden. Die schrecklichste aller Legenden aus unbekannter Vergangenheit war lebendig geworden. Aber nun stand sie in dunkler Majestät lächelnd da…”

Aber die Wahrheit über die Overlords ist noch eine ganz andere: Während sich die Menschheit immer weiter entwickelt und die nächste Stufe der Evolution erreicht, sind die Overlords nur Wächter im Auftrag Dritter.

Die letzte Generation gilt neben 2001 – Odyssee im Weltraum als Clarkes wichtigster Roman. Und während in 2001 die Menschheit zu den Sternen aufbricht, wird ihr dieser Weg in Die letzte Generation für immer verwehrt bleiben.

Das Buch hat auch 60 Jahre nach dem Erscheinen der ersten Auflage nichts von seiner Brillianz verloren. Die Geschichte von Die letzte Generation hätte so vor 20 Jahren spielen können, sie könnte sich heute ereignen oder morgen.

Fazit: Muss man gelesen haben, wenn man über Science Fiction sprechen will. Und auch dann, wenn man nur darüber philosophieren will, wieviel Gutes wohl im Menschen steckt.

Dan Simmons: Die Hyperion-Gesänge

Dan Simmons: Die Hyperion-Gesänge

Dan Simmons: Die Hyperion-Gesänge

Stephen King sagte: “Dan Simmons schreibt wie ein Gott”.
Viel kann ich dem nicht hinzufügen, denn die sprachliche Eleganz der Hyperion-Gesänge ist ein Genuss ganz besonderer Art. Die beiden Bände Hyperion und Der Sturz von Hyperion knüpfen nahtlos aneinander an, wenngleich sie inhaltlich verschiedener kaum sein können. Das Buch ist nichts für zartbesaitete, Kämpfe, Gefechte und manch andere Szenen werden von Simmons in einer Präzision beschrieben, dass man das Gefühl hat, nicht nur dabei, sondern vielmehr ein Teil von ihnen zu sein.

Angenehm ist, dass in den Hyperion-Gesängen viel Technologie zum Einsatz kommt, die für den Mensch des 20. oder 21. Jahrhunderts unvorstellbar ist, aber dennoch auf den Versuch verzichtet wird, sie mit den Mitteln der heutigen Physik zu erklären. Dieser wäre ohnehin zum Scheitern verurteilt und ähnlich wie sich heutzutage kaum jemand Gedanken über die Funktionsweise eines Handys macht, machen sich die Personen in einigen tausend Jahren Gedanken über die Funktionsweise der zum Alltag gehörenden Farcaster, mit denen man ohne Zeitverlust von Planet zu Planet reisen kann oder das allgegenwärtige Netz.

Zum Inhalt:
Eine Gruppe von sieben Pilgern wird entsandt, den Planeten Hyperion zu besuchen. Dort lebt das Shrike, auch Herr der Schmerzen genannt. Ein Wesen, dessen Herkunft unbekannt ist, das aber unendlich grausam mit allen verfährt, die sich unachtsamer Weise in seine Nähe begeben.
Die Pilger könnten unterschiedlicher nicht sein, ein Konsul, ein Priester, ein Soldat, ein Dichter, ein Gelehrter und eine Detektivin. Sie alle erzählen ihre Geschichte im Laufe der Reise zu den Zeitgräbern auf Hyperion. Eine Geschichte kann jedoch nicht erzählt werden. Der siebte Pilger, ein Tempelritter, verschwindet während der Reise auf mysteriöse Weise.
Allen Geschichten ist gemein, dass wenngleich außer dem Konsul keiner der Reisenden jemals zuvor Hyperion betreten hat, der Planet eine wesentliche Rolle im Leben ihrer Erzähler spielt.
Der erste Teil endet damit, dass die sechs verbliebenen Pilger die Schlucht mit Zeitgräbern auf Hyperion erreichen.

Während sich der erste Teil ausschließlich auf die Pilger konzentrierte, stehen im zweiten Band Der Sturz von Hyperion die politischen Geschicke in der Galaxis im Mittelpunkt. Was man im ersten Teil nur ahnte, wird hier bestätigt. Hyperion ist viel mehr als ein Planet am Rand, auf dem zufällig das Shrike entdeckt wurde. Hyperion wird der Ausgangspunkt der größten Veränderung sein, die die Menschheit seit Jahrhunderten erlebt.

Fazit: Wer gute Nerven hat, sich an blutigen Stellen nicht stört und einen Sinn für poetische Sprache hat, dem seien die 1450 Seiten der Hyperion-Gesänge von Dan Simmons unbedingt ans Herz gelegt.

Isaac Asimov: Die Foundation-Trilogie

Isaac Asimov: Die Foundation Trilogie

Isaac Asimov: Die Foundation Trilogie

Asomivs Foundation-Trilogie ist mit Sicherheit eines der meistdiskutierten Werke über die ferne Zukunft der Menschheit. Und das nicht ohne Grund, zeichnet Asomiv doch ein Bild, das dem Leser wie ein Blick in die Vergangenheit und die Zukunft zugleich erscheint und gerade deshalb immer wieder zum Nachdenken anregen wird.

Die Galaxis wurde über viele Jahrhunderte lang als Imperium geführt. Allerdings neigt sich eben jenes Imperium seinem Ende zu. Unaufhaltsam zerfällt es immer mehr. Doch der Mathematiker Hari Seldon hat genau dies seit Jahren vorausgesehen und traf Vorkehrungen. Irgendwo, weit weg von den zentralen Planeten des Imperiums gründete er eine Foundation. Auf einem Planeten, der selbst über keine Resourcen verfügt sollen Wissenschaftler verschiedenster Art zusammen den Grundstein für die Zukunft der Menschheit legen, in dem sie an einer Enzyklopädie der Menschheit arbeiten.

Immer wieder geschehen Ereignisse, die drohen, die Foundation zu Fall zu bringen. Und immer geht die Foundation gestärkt aus den Ereignissen hervor. Aber kann das ewig so bleiben? Kann Hari Seldon tatsächlich mit Hilfe der Psychohistorik das Schicksal der Menschheit vorausberechnet haben? Und irgendwo soll eine zweite Foundation existieren…

Die Foundation-Trilogie besteht aus den drei Bänden Foundation, Foundation und Imperium und Die zweite Foundation. Asimovs Stil, der extrem leicht zu lesen ist, trotz politischer und wissenschaftlicher Diskussionen, macht die gesamten rund 850 Seiten zu einer wahren Lesefreude. Extrem spannend ist das Gedankenexperiment der Psychohistorik, einer Wissenschaft, die es ermöglichst, die Geschichte von Gesellschaften im Großen bereits vorher zu berechnen.

Fazit: Ein absolutes Muss für alle, die sich für die Zukunft interessieren.

Robert Harris: Angst

Robert Harris: Angst

Robert Harris: Angst

In Angst kombiniert Robert Harris zwei hochaktuelle und brisante Themen: Zum Einen beschäftigt er sich mit der Frage, was die zunehmende automatisierte Spekulation an den weltweiten Börsen mit für das Leben der Menschen bedeuet, zum Anderen wird die Frage aufgeworfen, wie viel Druck ein Mensch aushalten kann, wenn er glaubt, die Welt habe sich gegen ihn verschworen.

Um es vorweg zu nehmen: Keine der beiden Fragen wird in dem Buch beantwortet. Dafür gibt es auch genügend Fachliteratur, insofern muss der Roman auch gar nicht den Anspruch haben, echte Antworten zu liefern. Viel mehr stellt Angst ein Gedankenspiel dar und zeigt die Variation einer möglichen Wirklichkeit.

Der Hedge-Fonds-Gründer Alexander Hofmann wird in seinem Haus eines Nachts überfallen. Er kommt mit einer Wunde am Kopf und seine Frau mit dem Schrecken davon. Gestohlen wurde nichts, was der Täter wollte bleibt auch für die Genfer Polizei völlig unklar.
Ab diesem Zeitpunk ist im Leben der Hofmanns nichts mehr wie vorher.
Die Idee von Hofmanns Hedge Fonds, mit einer Art künstlicher Intelligenz auf die Trends an den Börsenmärkten extrem schnell zu reagieren und damit exorbitante Gewinne zu erwirtschaften, entwickelt ein Eigenleben, das für Hofmann und seinen Mitgründer Hugo Quarry nicht mehr nachzuvollziehen ist. Und das ausgerechnet, während die Firma nach einer längeren Pause wieder expandieren will.

Hofmann, der vor der Firmengründung am CERN arbeitete und dort einen Nervenzusammenbruch erlitt, fühlt sich von immer mehr Ereignissen in der Idee bestätigt, dass jemand ihn psychisch fertig machen will. Das scheint sich auch durch verschiedene Ereignisse mehr und mehr zu bestätigen.
Doch hat Hofmann nicht den blassesten Schimmer, wer das in Wirklichkeit ist…

Das Buch sollte man gelesen haben, wenn man sich entweder mit den absurden Extremen, die heutzutage im Spekulationsbereich etabliert sind, beschäftigt und Thriller liebt, die bis zur letzten Seite spannend sind. Erfreulich an dem Roman ist, dass die Ideen, die der KI von Hofmanns Hedge Fonds zugrunde liegen, durchaus plausibel und glaubwürdig sind.

Fazit: Sollte man auf jeden Fall gelesen haben!