Robert Harris: Angst

Robert Harris: Angst

Robert Harris: Angst

In Angst kombiniert Robert Harris zwei hochaktuelle und brisante Themen: Zum Einen beschäftigt er sich mit der Frage, was die zunehmende automatisierte Spekulation an den weltweiten Börsen mit für das Leben der Menschen bedeuet, zum Anderen wird die Frage aufgeworfen, wie viel Druck ein Mensch aushalten kann, wenn er glaubt, die Welt habe sich gegen ihn verschworen.

Um es vorweg zu nehmen: Keine der beiden Fragen wird in dem Buch beantwortet. Dafür gibt es auch genügend Fachliteratur, insofern muss der Roman auch gar nicht den Anspruch haben, echte Antworten zu liefern. Viel mehr stellt Angst ein Gedankenspiel dar und zeigt die Variation einer möglichen Wirklichkeit.

Der Hedge-Fonds-Gründer Alexander Hofmann wird in seinem Haus eines Nachts überfallen. Er kommt mit einer Wunde am Kopf und seine Frau mit dem Schrecken davon. Gestohlen wurde nichts, was der Täter wollte bleibt auch für die Genfer Polizei völlig unklar.
Ab diesem Zeitpunk ist im Leben der Hofmanns nichts mehr wie vorher.
Die Idee von Hofmanns Hedge Fonds, mit einer Art künstlicher Intelligenz auf die Trends an den Börsenmärkten extrem schnell zu reagieren und damit exorbitante Gewinne zu erwirtschaften, entwickelt ein Eigenleben, das für Hofmann und seinen Mitgründer Hugo Quarry nicht mehr nachzuvollziehen ist. Und das ausgerechnet, während die Firma nach einer längeren Pause wieder expandieren will.

Hofmann, der vor der Firmengründung am CERN arbeitete und dort einen Nervenzusammenbruch erlitt, fühlt sich von immer mehr Ereignissen in der Idee bestätigt, dass jemand ihn psychisch fertig machen will. Das scheint sich auch durch verschiedene Ereignisse mehr und mehr zu bestätigen.
Doch hat Hofmann nicht den blassesten Schimmer, wer das in Wirklichkeit ist…

Das Buch sollte man gelesen haben, wenn man sich entweder mit den absurden Extremen, die heutzutage im Spekulationsbereich etabliert sind, beschäftigt und Thriller liebt, die bis zur letzten Seite spannend sind. Erfreulich an dem Roman ist, dass die Ideen, die der KI von Hofmanns Hedge Fonds zugrunde liegen, durchaus plausibel und glaubwürdig sind.

Fazit: Sollte man auf jeden Fall gelesen haben!